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Auf Wiedersehen Padre Gabriel

Datum:
Veröffentlicht: 30.9.26
Von:
Toni Schmitt

Einen ganz besonderen Gottesdienst gab es vergangenen Sonntag in der Elsendorfer Kirche zu erleben. Zum einen wurde Erntedank gefeiert, wozu die Kirche immer besonders schön mit Erntegaben geschmückt ist. Aber natürlich war es in erster Linie ein besonderer Gottesdienst, weil Elsendorf Abschied von Padre Gabriel genommen hat. Was seit Monaten und Jahren seine Schatten weit vorauswarf, ist am Sonntag Realität geworden Padre Gabriel hielt seinen letzten Gottesdienst in Elsendorf. Ein Abschied der allen sehr schwerfiel. Padre Gabriel war in der Bevölkerung sehr beliebt war er doch immer da, wenn er gebraucht wurde zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ob bei Taufen, Hochzeiten, Krankensalbungen, Beerdigungen oder Vereinsfeiern man hat in angerufen und er ist gekommen. Und so ließen es sich auch die Elsendorfer Vereine nicht nehmen sich von ihrem Padre Gabriel zu verabschieden. Alle Vereine sind mit ihren Fahnenabordnungen am Sonntagmorgen in die Kirche gekommen.

Stellvertretend für alle Vereine hielt Gerhard Körner 1. Vorsitzender des Soldaten- und Kameradschaftsvereins eine Dankesrede. Er erinnerte an seine eigene Jugendzeit als Ministrant in den 1970er Jahren. Er spielte mit seinen Freuden Fußball in Elsendorf und Umgebung so auch in Eckersbach. Eines Tages war dann der junge Padre aus Spanien da, der auch mit ihnen Fußball spielen wollte. In einem abendlichen Gespräch hat er die Mannschaft und auch ihn eingeladen mit nach Spanien zu fahren um das Land zu besuchen. Er ist dann nach Hause, zu seinen Eltern, hat gesagt "Mensch der Padre Gabriel würde mich mit nach Spanien mitnehmen". Da war die Aufregung recht groß bei seinen Eltern. In der schönsten Zeit die Heuernte steht an wir müssen doch unsere Arbeit schaffen und seine Mutter hat gesagt "was ist, wenn der Bub mit einer jungen Spanierin heim kommt". "Meine Eltern die waren absolut überfordert" so Körner weiter. Da kommt ein junger spanischer Padre der spielt mit den langhaarigen halbstarken Fußball und feiert mit ihnen. Diese Geschichte zeigte schon damals wie Menschennah Padre Gabriel ist. Gerhard Körner dankte im Namen aller Vereine für die letzten 12 Jahre die Padre Gabriel für sie da war. Ob bei Stiftungsfesten oder Volkstrauertagen immer war er da hat die Messe gelesen und den verstorbenen gedacht. Als Abschiedsgeschenk überreichte er einen Briefumschlag mit einem Geldgeschenk für das die Elsendorfer Vereine: Soldaten- Kammeradschaftsverein, Radsportverein Concordia, Fußballverein, Freiwillige Feuerwehr, Stammtisch Brave Brüder, Musikverein und die Theatergruppe Elsendorf gesammelt hatten.

Die Fußballer hatten noch ein besonderes Geschenk für Padre Gabriel ein Fußballtrikot in den Vereinsfarben des FV Elsendorf. Er habe schon alle Vereinstrikots der umliegenden Vereine sagte der Fußball liebende Gabriel und jetzt endlich auch eines von Elsendorf.

Dankesreden auch von Johannes Krapp und Herbert Körner

"Heute, wie so oft im Leben da liegen Freud und leid oder Freud und Trauer nah beieinander. Wir freuen uns sehr das wir Erntedank feiern können. Das muss man sich auch immer wieder bewusst machen. Das wir seit dem Krieg -fast über 80 Jahre her- auch in Deutschland Hunger herrschte. Auch dieses Jahr wieder dankbar dafür sein können das wir genug zu essen genug zu trinken ein Dach über den Kopf und eine warme Wohnung haben. Das ist nicht selbstverständlich. Und deswegen ist die Freude und der Dank darüber das es bei uns der Fall ist auch nötig und notwendig das heute zu tun" sagte Schlüsselfelds Bürgermeister Johannes Krapp zu Beginn seiner Rede mit Verweis auf das Erntedankfest. Aber natürlich ist heute auch ein stück weit ein trauriger Tag. Weil wir uns von unserem Pfarrer der uns ein leben lang ans Herz gewachsen ist hier heute verabschieden müssen. Wenn ich Eheleute frage die so 2–3 Jahre verheiratet sind, lass es 5 sein. Dann erzählen die mir von der Hochzeit vom Polterabend eventuell von der Hochzeitsreise ja von den weiteren Highlights, die es da so gibt Taufen usw. Das ist für Sie ihre Ehe. Wenn man aber Eheleute fragt die 50 Jahre verheiratet sind die goldene Hochzeit feiern. Und Sie nach ihrer Ehe fragt dann erzählen die im Wesentlichen von ganz anderen Dingen. Dann sagen die nämlich wir konnten uns aufeinander verlassen, wir haben alle Schwierigkeiten gemeistert und unsere Arbeit zusammen geschafft. Wir haben unsere Kinder groß gezogen und wir haben immer wieder auch schöne Tage gehabt sie waren im Wesentlichen einfach zufrieden dass sie das alles geschafft haben. Das jeder immer wieder seinen Teil dazu beiträgt das man einfach füreinander da ist und aufeinander aufpasst. Und ich glaube auch in einem Priesterleben oder in einem Priester zu seiner Gemeinde ist es ein bisschen ähnlich. Natürlich erinnern wir uns sehr gerne an die großen Tage an Trauungen an Taufen auch heute an diesem festlichen Moment. Aber ich glaube viel entscheidender ist das andere ich habe in Possenfelden erzählt bei der Verabschiedung auf meinem Abreißkalender war gestanden „suchet den Herrn er lässt sich finden ruft ihn an er ist da“. Und das ist das, was ich immer wieder höre auch gestern bei einem Geburtstag „der Padre Gabriel der war halt immer da“ wenn im ganzen Landkreis in ganz Nordbayern kein Priester zu finden war, für das, was man in der Not gebraucht hat. Den Padre Gabriel hat man angerufen und er war da und ist gekommen und gerade dann, wenn es vielleicht keiner sieht zur letzten Ölung zur Krankensalbung auch ganz wichtig. Auch bei vielen Dingen die die Menschen nicht so war nehmen nicht in den großen Festgottesdiensten, sondern dann, wenn es vielleicht mal ganz anders drauf ankommt da warst du einfach für uns alle da. Und ich erinnere mich gerne 50 Jahre von klein auf kenn’ ich den Padre Gabriel in Eckersbach. Wir sind als Ministranten da schon rauf gelaufen wir haben miteinander da Gottesdienst gefeiert. Du hast immer für Essen und Trinken gesorgt und dabei gegeneinander Fußball gespielt. Muss man sich vorstellen als wir Kinder waren Possenfelden gegen Eckersbach im Fußball da war der Padre Gabriel auch immer da hat das mitorganisiert. War Trainer, Schiedsrichter oder wenn Eckersbach zurückgelegen ist auch Spieler. "Er hat sich eingewechselt hat, 3 Tore geschossen dann war er wieder Schiedsrichter". Wir haben dann trotzdem dafür gesorgt das es wenigstens unentschieden ausging. Aber das sind so die kleinen Momente die vielen kleinen Momente, das du für uns damals schon da warst.
Danke für die lange, lange Zeit die vielen kleinen und großen Dienste die du uns getan und geleistet hast. Wir wünschen dir für deinen Ruhestand in Spanien wirklich alles gute Gesundheit und Gottes Segen. Das du hoffentlich immer wieder an uns zurück denkst und das du uns auch ab und an hier besuchst und einen Gottesdienst für uns hältst. Alles Gute und vor allem Herzlichen Dank.
Als Abschiedsgeschenk überreichte Krapp auch im Namen des Stadtrates und der Stadt Schlüsselfeld einen Briefumschlag mit einem Geldgeschenk.

Herbert Körner dankte im Namen von Pfarrgemeinderat und Kirchenstiftung Padre Gabriel für seine enorme Hilfsbereitschaft, "ob bei sonntäglichen Messfeiern, oder bei Taufen auch in Lach und Possenfelden, bei Hochzeiten und vor allen Dingen bei Beerdigungen du warst immer da. Auch für alle Vereinsfeien hast du immer einen Termin gefunden. Durch dein hervorragendes Engagement warst du nicht nur bei uns im ganzen Landkreis Bamberg bekannt gefragt und beliebt. Auch in unseren Nachbarlandkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt Aisch, und Kitzingen warst du als Aushilfe immer willkommen und beliebt. "Dafür auch im Namen unserer Nachbarn besten Dank" sagte Körner. Herbert Körner verwies auch auf die enorme Hilfe durch Padre Gabriel beim größten Projekt der jüngeren Elsendorfer Kirchengeschichte der Sanierung der Kirche. Was ich und wir hier in Elsendorf besonders hervorheben möchten ist deine Hilfe und enorme Unterstützung bei der Sanierung unserer Kirche, die wir dank deiner Hilfe, ich betone, NOCH machen konnten" (die finanziellen Mittel für Sanierungen werden immer knapper).
Zur Erinnerung aufgrund der offensichtlichen Schäden wurde 2020 vom Pfarrgemeinderat und der Kirchenstiftung eine Sanierung unserer Kirche beschlossen. Und Dank deiner großen Unterstützung konnten wir bereits 2022 mit den Arbeiten beginnen und diese nach Beseitigung aller bekannten und unbekannten Schäden 2023 abschließen. Um diese Glanzleistung werden uns noch viele beneiden die ohne deine großzügige, tatkräftige Unterstützung nicht möglich gewesen wäre. Dafür möchten wir uns nochmal aufs herzlichste Bedanken.

Als Dankeschön und als Erinnerung an seine 12 Elsendorfer Jahre überreichte Herbert Körner zusammen mit Kirchenpfleger Ewald Weidt ein gerahmtes Bild. Es zeigt die 3 Kirchen die zur Kuratie Elsendorf gehören St. Josef Possenfelden, St. Marien Lach und St. Laurentius Elsendorf.
Enthalten war auch eine Dankeskarte wo das gesamte Sakristei-Team unterschrieben hatte.

Ministranten bedanken sich musikalisch

Besonders freute sich Padre Gabriel über den Dank der Ministranten die Vollzählig erschienen waren. Sie studierten ein Lied ein und überreichten ihm ein Abschiedsgeschenk. Musikalisch umrahmt wurde die Messfeier auch vom Chor „The Voices“ aus Reichmanndorf. Der im Vorfeld um einen Auftritt in Elsendorf gebeten hatte.

Oberministrantin verabschiedet

Verabschiedet wurde am vergangenen Sonntag nicht nur Padre Gabriel, sondern auch Luisa Werner für 9 Jahre Ministrantendienst. Padre Gabriel würdigte ihren Jahre langen Dienst am Altar:

„Liebe Luisa, 9 Jahre lang warst du Ministrantin in unserer Gemeinde. Du bist uns treu geblieben. Auf dich konnte man sich verlassen. Ich möchte dir deshalb nicht einfach nur „Danke für 9 Jahre“ sagen. Ich möchte dir sagen: Es war schön, dich am Altar zu haben auch als Lektorin. Für mich als Pfarrer war es eine Freude und auch eine Hilfe, wenn du da warst. Ein Ministrant, eine Ministrantin hilft mit, dass unsere Gottesdienste würdig und schön gefeiert werden. Er und Sie trägt dazu bei, dass die Gemeinde beten und feiern kann. Und gerade für uns als Priester ist es schön, junge Menschen am Altar zu sehen, die bereit sind, ihren Teil zum Gottesdienst beizutragen.

Liebe Luisa, heute verabschieden wir die aus deinem regelmäßigen Ministrantendienst. Das ist natürlich ein Abschied, aber kein Abschied von unserer Gemeinde. Die Tür bleibt offen. Für alles, was du in diesen neun Jahren für unsere Gemeinde getan hast, sage ich dir ganz herzlich: vergelt’s Gott, liebe Luisa! Ich wünsche dir für deinen beruflichen und persönlichen Weg alles Gute und vor allem Gottes Segen. Und ich hoffe, dass du dich immer gerne an diene Zeit als Ministrantin und an unsere gemeinsame Gemeinde erinnerst“.

Als Dankeschön und als Erinnerung an ihre Ministrantenzeit überreichte Padre Gabriel zusammen mit mit der für die Ministranten zuständigen Marga Durmann ein Abschiedsgeschenk.

Elsendorf wird für mich immer ein ganz besonderer Ort bleiben

Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Padre Gabriel bei den Elsendorfern:

„Als mir vor zwölf Jahren die Stelle als Pfarradministrator in Elsendorf angeboten wurde, fiel es mir leicht, zuzusagen. Ich war hier bereits bekannt durch meine Vertretungen, durch Krankensalbungen – nachts und tagsüber – und durch gelegentliche Beerdigungen. Außerdem kam ich aus Eckersbach, jedem Dorf, das in euren Theaterstücken immer wieder so hochgelobt wurde, als wäre Eckersbach das Paradies, das Gelobte Land. Ich habe meine Entscheidung nie bereut. Hier wurde ich nicht nur herzlich aufgenommen, sondern ihr habt mir auch geholfen, ein besserer Mensch und ein besserer Priester zu werden. Heute möchte ich Danke sagen. Von Herzen danke ich euch allen für euer Vertrauen, für eure Freundschaft, für eure Geduld, für eure Unterstützung und für alles, was wir miteinander erleben durften.

Elsendorf wird für mich immer ein ganz besonderer Ort bleiben – ein Stück meiner Lebensgeschichte, ein Stück meines priesterlichen Dienstes und ein Stück meines Herzens.“

Nach dem Festgottesdienst luden Pfarrgemeinderat und Kirchenstiftung zu einem Stehempfang ein. Bei dem sich jedes Gemeindemitglied persönlich von Padre Gabriel verabschieden konnte. Zur musikalischen Umrahmung spielte die Blaskapelle Elsendorf.