Dem alter der Kirche auf der Spur

Dachstuhl untersucht
Im Rahmen der anstehenden Kirchensanierung wurde in der Elsendorfer Kirche Proben (Bohrkerne) des im Dachstuhl verbauten Holzes entnommen. Diese Proben wurden von der Universität Bamberg dendrochronologisch untersucht.
Die Dendrochronologie ist die Lehre des Baumalters also die Bestimmung wie alt das Holz ist wann der Baum gefällt wurde und in welcher Region der Baum stand.
Es wurden fünfzehn Bohrkerne entnommen und dendrochronologisch untersucht. Es konnten drei Kiefern, neun Fichten und drei Eichen bestimmt und datiert werden. Wie der Bericht der Universität Bamberg Aufschluss gibt:
Die Proben Nr. 1 bis 4 wurden im Langhaus entnommen und gehören in eine Schlagphase mit drei Sommerwaldkanten 1615 und einer Winterwaldkante 1615/16.
Die Proben Nr. 5 bis 7 wurden aus der westlichen Erweiterung im Langhaus entnommen und gehören in eine Schlagphase um 1861/62.
Die Proben Nr. 8 bis 10 wurden im Langhaus aus der Kehlbalkenlage entnommen, die weitgehend aus wiederverwendeten Eichenbalken (mit Blattsassen und Kästchenabbundzeichen) besteht. Die Eichen datieren um 1386/87.
Die Proben Nr. 11 und 12 wurden aus der Deckenbalkenlage unter dem Glockengeschoss im Chorturm entnommen und datieren jeweils mit Winterwaldkante 1595/96.
Die Proben Nr. 13 bis 15 wurden aus dem Turmdach (Kranzgebälk/Unterkonstruktion) entnommen und datieren um 1594/95/96.
Unter einer Sommer bzw. Winterwaldkante versteht man die verbliebene Außenseite des Baumes an geschnittenem Holz.
Die wissenschaftliche Untersuchung der Hölzer zeigt im Wesentlichen das die Elsendorfer Kirchengeschichte wie wir sie heute kennen schlüssig ist. So datieren die Proben Nr. 5 bis 7 (entnommen in der Erweiterung des Langhauses) von 1861/62. Tatsächlich ist überliefert das die Kirche um mehrere Meter kürzer war und 1864 erweitert wurde. Von welchem Gebäude die ältesten Hölzer die von 1386/87 stammen und in der Kirche wiederverwertet wurden lässt sich heute vermutlich nur schwer herausfinden.




