Elsendorfer Katholiken feiern Fronleichnam
Nachdem letztes Jahr die Fronleichnamsprozession wegen Regen ausfiel fand Sie in diesem Jahr wieder statt. Unter den 4 prächtig geschmückten Altären stach einmal mehr der Blütenteppich vor dem Kriegerdenkmal heraus. Die Motive zeigen am Anfang und am Ende des Teppichs den ersten und den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets Alpha und Omega. Sie stehen in der Kirche für Christus als Anfang und Ende. Dazwischen finden sich weitere Symbole wie Getreideähren für das Brot und den Kelch mit den Hostien als ein Zeichen der Eucharistie. Als 5. Symbol ist das Christusmonogramm auch Chi-Rho genannt zu sehen. Es besteht aus den griechischen Buchstaben X (für Chi) und P (für Rho). Nach dem Kreuz und dem Fisch ist es das am häufigsten anzutreffende Symbol für Jesus Christus. Der Blütenteppich wurde am Donnerstagmorgen noch vor dem Gottesdienst ab 5:30 Uhr von 4 Personen gelegt. Zuvor wurde in Stunden- und Tagelanger Arbeit die Blütenblätter gesammelt.
Eine Ordensfrau gab den Anstoß
Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Das Fest geht auf Juliana von Lüttich zurück. Sie lebte im 13. Jahrhundert und war Ordensfrau des Augustinerordens. Als Ordensfrau verehrte Juliana besonders die Eucharistie und hatte schon früh Visionen die sich auf das Altarsakrament bezogen. In einer dieser Visionen sah sie den Mond der einen dunklen Fleck hatte. Sie deutete den Mond als das Kirchenjahr und den dunklen Fleck als das fehlen eines Festes für die Verehrung der Hl. Eucharistie. Juliana erzählte von Ihren Visionen und den damit verbundenen Wunsch und fand bei ihren Mitschwestern und ihrem Beichtvater Johannes von Lausanne Unterstützung. Schließlich erfuhr auch Robert von Turotte von Julianas Visionen der zu dieser Zeit Bischof von Lüttich war. Weil Julianas Wunsch dem Frömmigkeitsleben der damaligen Zeit entsprach führte er in seiner Diözese ein fest zur Ehre des Leibes Christi ein. 1246 wurde das Fronleichnamsfest erstmalig gefeiert. Der Lütticher Bischof legte damals schon fest das Fronleichnam am Donnerstag nach Trinitatis (Dreifaltigkeitssonntag) gefeiert werden soll. Entscheidend für die Ausbreitung des Fronleichnamsfestes war der Lütticher Erzdiakon Jacques Pantaleon von Troyes. Er wurde später Papst Urban IV und führte das fest offiziell in den kirchlichen Festkalender ein. Als Beweis für das Fest, das bestätigen solle, dass in der konsekrierten Hostie Jesus anwesend ist, bezog sich der Papst auf das Brotwunder von Bolsena in Italien. Das Wunder soll sich 1263 ereignet haben. Ein Pfarrer aus Prag feierte in der Santa-Cristina-Kirche in Bolsena eine Messe und soll gesehen haben, wie aus der geteilten Hostie Blut auf ein Tuch tropfte. Dieses blutbefleckte Tuch brachte man zu Papst Urban IV., der in Orvieto residierte. Er sah das Wunder der blutenden Hostie als Beweis dafür an, dass es ein Fest brauche, das die Eucharistie als Altarsakrament verehrt. Durch seine päpstliche Bulle "Transiturus de hoc mundo" führte er das Fronleichnamsfest 1264 für die gesamte lateinische Kirche ein. Außerdem beauftragte er den Dominikanerprofessor Thomas von Aquin, Hymnen für die Liturgie des kirchlichen Festes zu verfassen. So entstand die bekannte Fronleichnamssequenz Lauda Sion, die später übertragen wurde in das deutsche Lied Deinem Heiland, deinem Lehrer. Auch der bekannte Hymnus Tantum ergo die letzten beiden Strophen des Hymnus Pange lingua entstammen seiner Feder.
1279 erste Fronleichnamsprozession
Im 14 Jahrhundert kam der Brauch auf die geweihte Hostie vor oder nach der Messe umherzutragen. Die Idee dahinter: Man will die Kirche als pilgerndes Gottesvolk zeigen und die reale Anwesenheit Jesu im Brot „Jesus ist mit uns unterwegs“. Die Halterung in der die geweihte Hostie in der Monstranz steckt heißt heute noch Lunula (lat. kleiner Mond) womöglich eine Anspielung auf die Mond Vision Julianas. Das Erzbistum Köln feiert 2029 das 750-Jahr-Jubiläum. Hier fand 1279 die weltweit erste Fronleichnamsprozession statt. Darauf hat bereits der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hingewiesen.
Fest des Glaubens
In seiner Predigt ging Padre Gabriel auf die Bedeutung des Fronleichnamsfestes ein. „Es ist ein Fest des Glaubens der Gemeinschaft. Und der sichtbaren Gegenwart Christi unter uns. In Brot und Wein schenkt sich Jesus uns selbst als Speise auf unserem Lebensweg. Wir feiern heute nicht nur in der Kirche sondern gehen mit dem Allerheiligsten durch unsere Straßen. Damit zeigen wir Christus gehört nicht nur hier her (in die Kirche) sondern mitten ins Leben. In unsere Dörfer und Familien“. Am Ende der Prozession bedankte sich Padre Gabriel bei den Lektoren, Himmelträgern, Blaskapelle Abordnungen der Vereine, der Freiwiligen Feuerwehr für das sichern der Straßen, den gestalltern der Altäre und allen Beteiligten die trotz der sehr heißen Temperaturen zum Gelingen der Fronleichnamsprozession beigetragen haben. „Wir alle haben durch unsere Teilnahme diese Prozession zu etwas besonderen gemacht. Möge der Geist der Fronleichnamsprozession in unseren Herzen weiterleben und uns im Glauben stärken“.