Fronleichnamsfest mit Abschiedsschmerz

Wer auf das diesjährige Fronleichnamsfest zurückblickt, wird das mit einem lachenden und einem weinenden Auge tun. Zum einen war man froh, dass im Gegensatz zur Christi-Himmelfahrtsprozession das Wetter gehalten hat, zwar mit böigem Wind, aber regenfrei, und die Prozession stattfinden konnte. Zum anderen warf der Abschied von Padre Gabriel seinen Schatten voraus.
Der Fronleichnamstag begann wie die Jahre zuvor. Die Vereine und die Kommunionkinder zogen kurz vor Gottesdienstbeginn in die Kirche ein. Zur Prozession war auch die Blaskapelle gekommen und trug ihren Teil zum festlichen Charakter bei. Die Altäre waren mit vielen Blumen geschmückt, wobei das Highlight einmal mehr der Blütenteppich am 4. Altar war. Und doch war diesmal alles ganz anders, denn es war die letzte Prozession mit Padre Gabriel. Das wurde jedem Besucher spätestens dann klar, als er sich am Ende bei allen Beteiligten bedankte und darauf hingewiesen hat, dass es für ihn das letzte Mal war, dass er mit den Elsendorfern Fronleichnam feiern durfte. Wenn in Elsendorf mal kein Fronleichnam gefeiert wurde, dann lag es an Dingen, die man nicht beeinflussen konnte, wie der Corona-Pandemie oder dem Wetter. An Padre Gabriel lag es nie, er war immer da, Jahr für Jahr, und ist mit den Elsendorfern durch die Straßen gelaufen. Ob bei kühlen Temperaturen oder bei sommerlicher Hitze Padre Gabriel zog, mit Rauchmantel und Velum gekleidet, von Altar zu Altar. Dabei stellte er sich nie in den Mittelpunkt. Er sagte immer: „Ich bin nicht wichtig, die Menschen sind die Hauptperson.“ Eine Einstellung, die zeigt, dass das Priestersein für ihn kein Beruf, sondern Berufung ist.
Zur etwas getrübten Stimmung am Ende der Prozession passte es auch, dass der aufkommende Wind den Blütenteppich in alle Richtungen verwehte. Sodass noch bevor der Prozessionszug am 4. Altar angekommen war, nicht mehr viel vom Blütenteppich zu sehen war. Am Ende war man aber trotzdem dankbar, zum einen für das schöne Fronleichnamsfest und zum anderen für die gemeinsame Zeit mit Padre Gabriel. Zum Abschluss gab es noch ein feierliches „Großer Gott, wir loben Dich“, wozu die Kirchenglocken läuteten.