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Grußwort des Leitenden Pfarrers

Hirte
Datum:
Veröffentlicht: 4.12.20
Von:
Birgit Neuner

Liebe Mitglieder der Pfarreien,

Nun werden wir auch das Weihnachtsfest unter den engen Bedingungen der Pandemie -Bekämpfung verbringen. Zu Ostern waren wir alle sehr verwundert und konnten es uns schwer vorstellen, auf die Feiertage in der Kirche zu verzichten. Aber es kam tatsächlich so: Ostern - so wie wir es kennen - ist ausgefallen. Das Kontaktverbot im ersten Lockdown hat nur einen sehr eingeschränkten Ersatz der Gottesdienste zugelassen. Gleichzeitig wurde das gewohnte Leben der Pfarreien fast völlig ausgesetzt.

Im Sommer haben wir dann wieder Schritte zurück in das Kirchenjahr unternommen. Ungewohnte Lösungen waren gefragt, um z.B. die Feier der Erstkommunion in den einzelnen Pfarreien im Laufe der Zeit unterzubringen. Bis heute ist es nur ein Notprogramm, das uns geblieben ist. Ganz neue Probleme sind aufgetaucht: plötzlich müssen wir an Feiertagen darauf achten, daß nicht zuviele ( !) Personen an den Gottesdiensten teilnehmen wollen. Wir alle fragen uns, wie es mit der Kirche nach Corona weitergehen wird. Aber das betrifft nicht nur die Kirche.

Ich danke herzlich allen Mitgliedern der Pfarreien, die in dieser Zeit kreativ und tatkräftig einen Weg mit den neuen Anforderungen gegangen sind. Besonders der Ordnungsdienst hat eine zentrale Aufgabe übernommen: er sorgt dafür, dass Gottesdienste überhaupt stattfinden können. Die Verfassung unseres Landes gewährt uns das Recht auf freie Ausübung der Religion.

Mit diesem Recht sollen wir verantwortungsvoll umgehen. Die Vorsicht bleibt ein wichtiger Grundsatz. Das Hauptziel ist: die Gesundheit der Gläubigen zu schützen. Mit dem Geschenk unserer Gesundheit,das Gott uns anvertraut hat, sollen wir achtsam umgehen. Auch die katholische Weltkirche legt darauf Wert: Papst Franziskus hat in einer Ansprache im Oktober gesagt: "Ich glaube, wenn wir alle als brave Bürger den Anweisungen der Behörden Folge leisten, wird das dabei helfen, die Pandemie zu beenden." Er hat auch zum Tragen von Masken und zum Abstandhalten aufgerufen und geht selbst auf Abstand.  Die weihnachtlichen Gottesdienste finden im Vatikan weitgehend ohne Gläubige vor Ort statt.

Unsere Pfarreien entwickeln gerade für das Weihnachtsfest kreative Lösungen, die wir hoffentlich auch in dieser Form abhalten können. Die Sitzplätze in den Kirchen sind sehr begrenzt, deshalb sind ergänzend Gottesdiensteim Außenbereich geplant. Blicken wir mit den Augen dieses Jahres einmal auf das erste Weihnachtsfest, auf die Geburt unseres Herrn: Durch die Anordnung einer Behörde zur Volkszählung kamen Maria und Josef überhaupt erst nach Betlehem. Gerade unter diesen erzwungenen Umständen konnte das Geschenk der Geburt unseres Erlösers zu uns kommen, wie wir es kennen. Seitdem ist Betlehem ein Ort, wo Gott uns Menschen besonders nahe ist: "Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder und kommet, o kommet nach Betlehem." Wenn wir uns im Advent vorbereiten, singen wir Lieder vom Licht, das in die Dunkelheit strahlt. An Weihnachtenverkünden die Lichter am Christbaum auf ihre Weise die Botschaft dieses Festes. Im Kreis der Familie hoffen wir auf Licht und Wärme gegen die Dunkelheit draußen. Wir werden sicher das Fest heuer auf ganz neue Weise erleben: Wie bei seiner Geburt kommt unser Herr Jesus zu uns in die Welt - mitten in allen Zwängen und Einschränkungen. Aber sein Licht findet den Weg durch jedes Dunkel unseres Lebens. So wünsche ich Ihnen unter den besonderen Vorzeichen trotz allem ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2021 - auch das wird wieder für uns ein "Jahr des Herrn " werden.

Ihr Pfarrer

Wolfgang Dettenthaler