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Jubiläum und Wiedereröffnung zugleich: Die Kuratie St. Laurentius besteht seit 100 Jahren

Datum:
Veröffentlicht: 25.10.23
Von:
Toni Schmitt
Am Kirchweihsonntag feierte die Elsendorfer Kirchengemeinde das Ende der Kirchensanierung und das 100-jährige bestehen der Kuratie Elsendorf

18 Monate wurde am Elsendorfer Gotteshaus gearbeitet seit es im Frühjahr 2021 wegen der anstehenden Generalsanierung geschlossen wurde. Am Kirchweihsonntag 22 Oktober wurde seine Wiedereröffnung groß gefeiert. Es waren viele Ehrengäste anwesend neben Vertreter der Handwerksbetriebe die, die Sanierung durchgeführt haben, den Elsendorfer Vereinen, Vertreter der Stadt Schlüsselfeld mit 1. Bürgermeister Johannes Krapp und den beiden Architekten Patricia Hanika und Herbert van Beek (Diözesanarchitekt) wurde als Hauptzelebrant für den Festgottesdienst Domkapitular Dr. Hubert Schiebek begrüßt. Außer dem Ehrengast aus Bamberg der die Grüße und Glückwünsche der Diözesanleitung überbrachte gestalteten auch Padre Gabriel Ramos-Valiente und der leitende Pfarrer des Seelsorgebereiches Dreifrankenland im Steigerwald Wolfgang Dettenthaler den Festgottesdienst mit.

Wie kompliziert die Sanierung war und das am Anfang alles ganz anders geplant war, darauf verwies  Architektin Patricia Hanika in Ihrer Festrede. Geplant war eigentlich eine kurze und schmerzlose Sanierung der Kirche – ein neuer Anstrich und die Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden an den Wänden und den Boden. Die Holz Proteste auf denen die Bänke stehen wollte man nur Abschleifen und neu anstreichen. Zur Sicherheit und aus Erfahrung der Architekten zog man den Rat des Statikers Thomas Ley aus Höchstadt a.d. Aisch hinzu. Das Ingenieurbüro Ley hat viel Erfahrung auf dem Gebiet der Denkmalpflege. Herr Ley hat ein paar Risse festgestellt jedoch wollte er sich das Gebäude noch genauer anschauen.

Ernüchterndes Ergebnis

Das Ergebnis der Untersuchung war Ernüchternd. Es mussten Risse verpresst werden. Deckenbalken ausgetauscht werden. Die Feuchteschäden am Langhaus mussten beseitigt werden. Als die Dacheindeckung weg war wurden noch viel mehr Schäden sichtbar. Auch der echte Hausschwamm und der Holzschädlingsbefall war ein Problem. Die Ausstattungen (Figuren) wurden ausgelagert die Restauratorin Steiner hatte hierzu ein Konzept erstellt. Die Raumschale (Innenputz und Anstrich)  und das Deckengemälde wurden vom Restaurator Tenschert untersucht und von der Firma Dörfler umgesetzt. Die Orgel wurde von der Firma Eichfelder gereinigt und überholt. Der Steinboden vom Steinmetz Stark gereinigt und Platten ergänzt. Im Außenbereich am und im Glockenturm waren ebenfalls keine großen Arbeiten geplant. Diese Arbeiten wurden jedoch auch umfangreicher als gedacht. Das Steinkreuz über dem Eingang hatte einen Riss und musste erneuert werden. Am Glockenturm wurden ebenfalls marode Balken ausgetauscht. Die Dachschindel hatten keinen halt mehr. Und das große Turmkreuz mit der darunter befindlichen Kugel wurde neu vergoldet und die Zeitkapsel mit neuen Zeitdokumenten befüllt. An den Artenschutz wurde zum Schluss ebenfalls gedacht und Einfluglöcher für die Fledermäuse angebracht.

Dank an Pfarrsekretärin, Padre Gabriel und Ehrenamtliche Helfer

Ihren Dank brachte Architektin Hanika Pfarrsekretärin Susanne Dressel entgegen. Frau Dressel ist "sehr zuverlässig sehr engagiert weit über ihr Maß als Sekretärin hinaus das viele gar nicht mit bekommen was diese Frau da leistet" so die Schlüsselfelderin. Sie sagte immer: „Das ist kein Problem das lass ich vom Padre Gabriel unterschreiben“ so war es dann auch.

Großen Dank galt auch den vielen Ehrenamtlichen Elsendorfer Helfern. Allen voran Herbert Körner und Ewald Weidt die in vielen tausenden von Arbeitsstunden bei der Sanierung mitgeholfen haben. Sei es bei den Elektro Installationen durch Herbert Körner oder den Verputzer arbeiten bzw. das lösen der alten Farbe von Ewald Weidt. Sie waren bei jeder Besprechung anwesend. Als Architektin tut man sich schon leicht, wenn man 2 Ansprechpartner hat die vom Fach und, fast täglich vor Ort sind und durchblicken... über 18 Monate hinweg. Sie haben Helfer organisiert und der meist ausgesprochene Satz war bei den Besprechungen: „Wenn du das sagst dann machen wir das“

Stadtoberhaupt dankt allen beteiligten

Johannes Krapp dankte in seiner Rede allen beteiligten die an der Umsetzung mitgeholfen haben. Insbesondere den beiden Initiatoren des Großprojekts Herbert Körner und Ewald Weidt. Diese haben im laufe der 1,5 Jahre viele tausenden von Arbeitsstunden in der Kirche verbracht. „Das sei hervorragend und außergewöhnlich“. Krapp dankte auch den beiden Architekten „die, die wundervolle Gabe besitzen aus etwas Schönem (die Kirche war ja schon schön) etwas prachtvolles zu machen.

Gesellschaftskritisch erinnerte Schlüsselfelds Bürgermeister an die Kirche als ein Haus das Glorie ausstrahlt. „Jeder Mensch meint heute er kann selbst Gott spielen. Das man sich nicht Rückbezogen fühlen muss auf jemanden der sein Schöpfer ist“. Egal „ob es große Regierungslenker sind oder viele Egoismen im kleinen“. Auch vor der Kirche macht dieser Relativismus nicht halt „da so mancher Bischof oder Emeritus meint er müsse selbst eine Kirche eröffnen. Das sei nicht zielführend“. Die Kirche zeigt aber nach innen und außen nicht nur durch den Kirchturm, sondern auch geistig „zu dem, zu dem wir eigentlich alle verbunden sind“.

Es brauche wieder mehr Menschen die anpacken die Ja sagen. Euer Ja sei ein Ja Euer Nein sei ein Nein (Matthäus 5,37) das hätte schon seine Bedeutung so Krapp. „Was die Zusage eines Emeritus Erzbischof heutzutage wert ist das hat man in den letzten Wochen gesehen“ erinnerte Krapp daran das der ehemalige Bamberger Erzbischof erst sein kommen zu und dann wieder absagte.
Deswegen dankte Schlüsselfelds 1. Bürgermeister allen die Ja sagen zu Kirche und Gesellschaft. Stadtrat, Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Mesnern, Lektoren, Organisten, Ministranten den Reinigungskräften und den Vereinsvorständen die dafür sorgen, dass das Gesellschaftliche Leben Funktioniert. Aber auch jene die sich um den Kirchen eigenen Laurentiussaal kümmern und jährlich die Kirchweih organisieren. 

Im Namen der beiden Elsendorfer Kirchengremien dankte Herbert Körner in seiner Ansprache der Kirchenstiftung den Statiker und Architekten. Aber auch den Handwerksbetrieben es war immer ein gutes Miteinander und alle haben Zielführend zusammengearbeitet. Er Dankte aber auch den Geldgebern und vor allem den Ehrenamtlichen Helfern die 1100 Stunden in die Kirchensanierung investiert haben.

100 Jahre Kuratie Elsendorf

Auf das 100-jährige bestehen der Kuratie Elsendorf verwies das Pfarrgemeinderatsmitglied in seiner weiteren Rede. Es war im Jahr 1922 als nach langen Verhandlungen die sich über Jahre erstreckten am 1. November der erste Kuratus Johann Lunz in einer feierlichen Prozession zur Elsendorfer Kirche geleitet wurde. Vor der Eingangstür übergab Ihm der Schlüsselfelder Pfarrer Weißenberger die Schlüssel zum Gotteshaus. Das war der Beginn der selbständigen Kuratie Elsendorf.

Am Ende des Festgottesdienstes ging es in einem gemeinsamen Festzug mit der Elsendorfer Blaskapelle in den Laurentiussaal wo ein Weißwurstfrühstück wartete.