Zum Inhalt springen

Padre Gabriel feiert 50-jähriges Priesterjubiläum

Kuratoren von Elsendorf
Datum:
Veröffentlicht: 15.7.26
Von:
Daniel Reitz, Vierzehnheiligen / Toni Schmitt

Mit einen feierlichen Pontifikalgottesdienst in der Basilika Vierzehnheiligen hat Herwig Gössl am Freitagvormittag (10. Juli 2026) Priester und Diakone gedankt, die seit 25, 40, 50, 60 und sogar 65 Jahren im kirchlichen Dienst stehen. Der Erzbischof würdigte ihre jahrzehntelange Treue zur Berufung und dankte ihnen für ihr Wirken in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen innerhalb der Kirche. Bereits im Vorfeld waren die Jubilare zu Exerzitien ins Haus Frankenthal eingeladen. Unter dem Leitwort „In Bewegung – in Begegnung – Gott begegnen“ setzten sie sich gemeinsam mit Impulsen von Pater Ludwig Dehez SJ intensiv mit ihrem Glauben und ihrem Dienst auseinander. Die geistlichen Tage hinterließen bei den Teilnehmern großen Eindruck und mündeten schließlich in den festlichen Gottesdienst in der Wallfahrtsbasilika.

Zu Beginn der Feier zogen die Jubilare gemeinsam mit dem Bamberger Erzbischof Herwig Gössl, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, vom Kloster in die päpstliche Basilika ein. Dort wurden sie von Pater Werner herzlich begrüßt. Im anschließenden Pontifikalamt entfaltete Georg Hagel an der Rieger-Orgel die ganze Klangfülle des Instruments und verlieh der Liturgie einen besonders feierlichen Rahmen. In seiner Predigt betonte Erzbischof Gössl, dass ein Jubiläum weit mehr sei als ein bloßer Rückblick. Vielmehr eröffne es die Möglichkeit, dankbar auf prägende Begegnungen, Gottesdienste und seelsorgliche Erfahrungen zu schauen, in denen Gottes Nähe spürbar geworden sei. „Für all das ist in dieser Feier Raum, um Danke zu sagen“, so der Erzbischof. Zugleich verschwieg Gössl nicht die Herausforderungen der Gegenwart. Ein ehrlicher Blick auf die Entwicklung der Kirche zeige einen deutlichen Rückgang der Bindung vieler Menschen. Kirchenaustritte, Gleichgültigkeit und teils offene Ablehnung prägten zunehmend das Bild. Diese Entwicklung sei schmerzlich – insbesondere für jene, die über Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement gewirkt hätten. „Wir haben unsere ganze Kraft eingesetzt – und fragen uns dennoch: Warum stehen wir nicht besser da?“, formulierte Gössl offen. Neben eigenem Versagen und Schuld innerhalb der Kirche, die klar benannt werden müssten, verwies der Erzbischof auch auf eine tiefere Dimension dieser Entwicklung. Im Evangelium finde sich eine Antwort: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Der christliche Glaube verspreche keinen äußeren Erfolg, sondern verlange Standhaftigkeit und Vertrauen. Entscheidend sei es, die Zuversicht nicht zu verlieren. Als starkes Symbol nannte Gössl den Nothelferaltar der Basilika. Viele der dargestellten Heiligen hätten als Märtyrer gelitten, wirkten jedoch nicht besiegt, sondern erhoben. Diese Hoffnung gründe in der Verbundenheit mit Jesus Christus. „Gottes Liebe ist stärker als alle Ablehnung“, betonte der Erzbischof. In der Eucharistie werde diese Liebe erfahrbar und schenke Kraft, auch im Alter Hoffnung weiterzugeben. „Das ist der tiefste Grund, von Herzen Danke zu sagen“, so der Bamberger Erzbischof abschließend. Im Verlauf des Gottesdienstes erneuerten die Jubilare ihr einst gegebenes Weiheversprechen. Domkapitular Pfarrer Dr. Norbert Jung, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Priesterjubiläum begeht, dankte im Namen aller Geehrten für die ermutigenden Worte des Erzbischofs. Den Abschluss des Festtages bildeten der gemeinsame Auszug zur Klosterpforte sowie ein gemeinsames Essen im Haus Frankenthal.

Großer Anhang für Padre Gabriel

Den größten Anhang unter den Jubilaren hatte mit Abstand Padre Gabriel mitgebracht. Beim Festgottesdienst in der barocken Wallfahrtskirche war der Jubilar überwältigt: Rund 150 Pfarrangehörige aus seinem Wirkungskreis hatten es sich nicht nehmen lassen, mit „ihrem“ Pater Gabriel das 50-jährige Priesterjubiläum zu feiern. Auch aus Elsendorf waren Gemeindemitglieder sowie Mitglieder der beiden Kirchengremien nach Vierzehnheiligen geeilt um Padre Gabriel zu gratulieren. Im Anschluss an den Festgottesdienst gab es noch ein gemeinsames Mittagessen wo dem Jubilar ein Ständchen gesungen wurde.